Die Mobilitätswende ist eine wesentliche Forderung, um die Klimaneutralität unserer Städte voranzutreiben. Hierbei spielt der Radverkehr eine wesentliche Rolle, gerade in Zeiten, in denen der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs auf sich warten lässt und eher ein Abbau der Infrastruktur zu befürchten ist. Um sich in einer Großstadt mit dem Rad sicher fortbewegen zu können, braucht es natürlich ein gutes Radwegenetz und gut ausgebaute Radwege.
Doch für viele Menschen reicht das nicht, weil ein klassisches Fahrrad nicht für individuelle Bedürfnisse ausgerichtet ist. Gründe hierfür sind Handicaps oder die Beförderung von Lasten, der Transport von Kindern oder Einkäufen oder vielleicht auch einfach ein größeres Unsicherheitsgefühl aufgrund des Alters. Zum Glück werden immer mehr Räder entwickelt, die diesen besonderen Bedarfen entgegenkommen und die Nutzung des Rades für viele ermöglichen – und damit auch die Freiheit von der Notwendigkeit motorisierter Beförderung. Das ist sicher nicht in allen Lebenssituationen möglich, aber hoffentlich in immer mehr Fällen.
Am Samstag, 9. Mai, lädt die Stadt Braunschweig zum Spezialrad-Tag ein und bietet von 12 bis 17 Uhr an der Georg-Eckert-Straße neben der Stadtbibliothek folgendes Angebot:
✅ 9 inklusive Modelle von 6 Herstellern zum kostenlosen Testen.
✅ Begleitetes Fahren mit fachkundiger Anleitung für ein sicheres Gefühl.
✅ Neutrale Beratung ohne Verkaufsinteresse.
✅ Tipps der Polizei Braunschweig zum sicheren Radfahren & Diebstahlschutz.
Eine gute Gelegenheit, sich zu aktuellen Angeboten zu informieren und zu sehen, welche Möglichkeiten die moderne Fahrradentwicklung bietet.
Dabei sollte jedoch nicht vergessen werden, dass die kommunale Radewegeplanung eben zwingend dazugehört, um all die modernen Räder nutzen zu können. Gerade für Spezialanfertigungen braucht es in der Regel breitere Radwege, gut durchdachte Wegenetze und radgerechte Umleitungen im – in Braunschweig ja nicht gerade seltenen – Fall von Baustellen.
Aus diesem Grund sollte der Spezialrad-Tag möglichst nicht nur ein einmaliges Event sein, sondern zugleich ein Auftakt, um den Radverkehr in Braunschweig generell wieder in den Fokus zu nehmen. Denn welche Chance haben all die gut durchdachten und auf spezielle Bedürfnisse ausgerichteten Fahrradmodelle, solange Braunschweig eine „Autostadt“ bleibt?