Energiewende – eine Rolle rückwärts

Energiewende – eine Rolle rückwärts

Die Energiewende ist eine der Kernforderungen der Klimabewegung, um die Erderhitzung zu stoppen. Die Nutzung fossiler Energie muss abgebaut und die Nutzung erneuerbarer Energie muss ausgebaut werden – hierzu gibt es keine Alternative. Und es ist Eile geboten. Deutschland hat sich bisher mit dieser Umstellung erschreckend viel Zeit gelassen. Noch erschreckender ist allerdings, dass die aktuelle Regierung eine Rolle rückwärts macht und mit zahlreichen Maßnahmen eine längerfristige Nutzung fossiler Energie anstrebt.

Nach der Benachteiligung von Dach-PV-Anlagen, dem Aus vom Verbrenner-Aus sowie der „Abschaffung“ des Heizungsgesetzes zielt nun auch das sogenannte Netzpaket, dass die Wirtschaftsministerin am 21. April zur Ressortabstimmung an die anderen Ministerien gegeben hat, darauf ab, die Planung und finanzielle Kalkulation für den Ausbau erneuerbarer Energie zu erschweren. All das rückt den dringend erforderlichen Gas-Ausstieg in weite Ferne.

Aus diesem Grund riefen Fridays für Future an den letzten beiden Wochenenden zu Klima-Demos auf, die sich gezielt gegen die klimaschädliche Politik der Bundesregierung wendet.

Folgende Forderungen stellte Fridays for Future auf:

  • Keine neuen Gasprojekte
  • Keine Subventionen in fossile Infrastruktur
  • Verbindlicher Gasausstieg bis spätestens 2035
  • Starker Ausbau erneuerbare Energien & Speicher
  • Sozial gerechte Wärmewende

Auch in Braunschweig zogen am 24. April einige hundert Menschen durch die Innenstadt und stellten sich hinter die Forderungen der Fridays for Future. Die Wut und das Unverständnis für diesen klimapolitischen Rückfall waren deutlich zu hören und zu sehen.

Hanna von Fridays for Future fand in ihrer Rede klare Worte. Sie betonte, dass ein steigender Meeresspiegel sich keineswegs an Ländergrenzen hält und auch die Menschen in Deutschland bedroht. Sie wies ebenfalls auf die sozialen und ökologischen Auswirkungen der aktuellen politischen Entscheidungen hin.

„Damit uns solche Horrorszenarien auch mit höchster Wahrscheinlichkeit noch im nächsten Jahrhundert passieren, plant die Koalition die Verdopplung der Gaskraftwerke in Deutschland. Hierfür ist man bereit, Milliarden auszugeben. Diese Ausgaben sollen allerdings nicht von der billionenschweren Gaslobby getragen werden, nein nein lieber von uns Bürger*innen, die sich teilweise kaum die Miete leisten können. Es macht einfach so viel mehr Spaß, Steuern von Geringverdienern als von Milliardenkonzernen zu kassieren. Von diesen Ausgaben profitieren wir dann gleich zweimal. Beim ersten Mal durch die direkte Zerstörung einzigartiger Ökosysteme, wie unserem Wattenmeer, beim zweiten Mal dann durch den Langzeit-Effekt, der durch die rund 31 Milliarden kg zusätzlichem C02 verursacht wird.“

Hannas vollständige Rede ist zusammen mit Quellenangaben auf der Seite von Fridays for Future Braunschweig zu finden: https://fff-braunschweig.de/naechste-demo/

Die Website www.gemeinsam-gegen-gas.de stellt auf einer interaktiven Karte die geplanten Kraftwerksstandorte dar, dazu die Orte geplanter Erdgasbohrungen, geplanter Gaspipeline und bestehender LNG-Terminals. Außerdem gibt es hier fundierter Infos zur Gas-Kraftwerksstrategie der aktuellen Wirtschaftsministerin, zur Klimaschädlichkeit von Erdgas und zu Gas als Kostenfalle. Im Kapitel „Ich will Handeln!“ gibt es konkrete Vorschläge für eigene Aktivitäten und Aktionen mit zahlreichen Anregungen.

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Frieda