{"id":837,"date":"2020-05-28T15:28:05","date_gmt":"2020-05-28T15:28:05","guid":{"rendered":"https:\/\/fuerimmerfreitag.de\/?p=837"},"modified":"2020-05-28T15:28:05","modified_gmt":"2020-05-28T15:28:05","slug":"mobilitaet-auf-in-die-verkehrswende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fuerimmerfreitag.de\/?p=837","title":{"rendered":"Mobilit\u00e4t\u2013 Auf in die Verkehrswende!"},"content":{"rendered":"<p>Rund 2 Tonnen CO<sub>2<\/sub> pro Person und Jahr werden im Bundesdurchschnitt im Bereich Mobilit\u00e4t emittiert. Das ist etwas mehr als im Bereich Ern\u00e4hrung. Das Einsparpotential ist dabei aber betr\u00e4chtlich gr\u00f6\u00dfer. Daher ist gerade die Verkehrswende f\u00fcr den Klimaschutz von extremer Bedeutung!<\/p>\n<p>Aus Anlass der Fahrraddemo am Freitag, den 29.5. ab 17:00 Uhr auf dem Schlossplatz bringen wir heute einen Beitrag zum Thema Mobilit\u00e4t. In diesem Beitrag m\u00f6chte ich einen \u00dcberblick geben, welche Forderungen wir an unsere Regierung stellen und was wir alle selber tun k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Der Bereich \u201e\u201cFlugreisen und Urlaub\u201c sei hier erst einmal ausgeklammert. Wir werden uns diesem Thema in einem sp\u00e4teren Beitrag \u201eNachhaltiger Urlaub\u201c widmen.<\/p>\n<p>Doch zun\u00e4chst ein \u00dcberblick:<\/p>\n<h2><strong>Was bedeutet \u201eVerkehrswende\u201c und wof\u00fcr ist das gut?<\/strong><\/h2>\n<p>Neben dem Klimaschutz gibt es viele weitere gute Gr\u00fcnde, die bisherige Art uns fortzubewegen umzugestalten: Staus, Parkplatznot, stetig steigende Erkrankungen durch Feinstaubbelastung und sonstige Luftverschmutzung und viel zu viele Verkehrstote. Das Auto ist der bisherige Dreh- und Angelpunkt im Verkehr. Es wird Zeit, den Menschen mit seinen unmittelbaren Grundbed\u00fcrfnissen in den Mittelpunkt der Verkehrsplanung zu stellen.<\/p>\n<ul>\n<li>Rad- und Fu\u00dfwege m\u00fcssen besser ausgebaut und sicherer werden.<\/li>\n<li>Die Anbindung durch den \u00d6PNV muss stark verbessert werden.<\/li>\n<li>Durch ein Tempolimit von 120 km\/h auf Autobahnen, 80 km\/h au\u00dferhalb geschlossener Ortschaften und 30 km\/h innerorts vermeiden wir Verkehrstote, unn\u00f6tige CO2-Emissionen und Verkehrsl\u00e4rm \u2013 und erm\u00f6glichen zudem eine entspanntere Fahrweise.<\/li>\n<li>Neuzulassungen von PKW mit Verbrennungsmotor sollten so bald wie m\u00f6glich untersagt werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Dem entgegen steht leider wieder einmal die aktuelle Politik, die durch die Abwrackpr\u00e4mie den Absatz von Verbrennungsmotoren f\u00fcr einige wenige Wohlhabende steigern will, anstatt alle Menschen nach den jeweiligen Bed\u00fcrfnissen zu unterst\u00fctzen.<br \/>\nEine viel sinnvollere Alternative w\u00e4re eine <strong>Mobilit\u00e4tspr\u00e4mie<\/strong>. Diese w\u00fcrde allen zur Verf\u00fcgung stehen, mit der freien Wahl, davon eine Bahncard, ein Fahrrad oder E-Bike oder eine \u00d6PNV-Jahreskarte zu kaufen. Auf diese Weise w\u00fcrden die Subventionen nicht nur die Automobilindustrie st\u00e4rken, sondern auch z.B. kleinere Fahrradl\u00e4den oder -werkst\u00e4tten.<\/p>\n<p>Und weil wir zwar die Verkehrswende fordern, aber nicht auf sie warten wollen, fragen wir uns auch:<\/p>\n<h2><strong>Was kann ich tun?<\/strong><\/h2>\n<h3><em>1) Mein Arbeitsweg<\/em><\/h3>\n<p>Die meisten von uns haben einen Arbeitsweg von weniger als 15km. Wem der Weg mit dem Fahrrad zur Arbeit zu weit ist, der findet im E-Bike eine passende Alternative. Genau wie beim Elektroauto wird hier ein Akku verwendet, der aus begrenzten Rohstoffen hergestellt wird und es wird Strom verbraucht. Allerdings ist der Energieverbrauch erheblich geringer, da ein E-Bike nur ein Bruchteil eines PKW wiegt und dadurch wesentlich weniger Masse bewegt werden muss.<\/p>\n<p>Nach meiner Erfahrung ist der Arbeitsweg mit dem Fahrrad nicht nur klimaschonend, er ist &#8211; nach der ersten Phase der Umgew\u00f6hnung &#8211; sogar entspannender, man gewinnt sehr viel schneller wortw\u00f6rtlich \u201eAbstand\u201c von der Arbeit und hat sogleich eine Portion sportliche Bet\u00e4tigung absolviert. In Kombination mit einem Jahresticket f\u00fcr den \u00d6PNV k\u00f6nnen die meisten von uns den Weg zur Arbeit bequem ohne Auto bewerkstelligen. Das spart Nerven!<\/p>\n<p>Wer einen weiteren Weg zur Arbeit hat, oder wo die \u00f6ffentliche Verkehrsanbindung versagt, kann eine Fahrgemeinschaft bilden. Fahrgemeinschaften sind zum einen lukrativ, da alle Kosten geteilt werden. Gemeinsam kann man au\u00dferdem einen anstrengenden Arbeitstag \u201everarbeiten\u201c.<\/p>\n<p>\u00dcber das <a href=\"http:\/\/www.pendlerportal.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Pendlerportal<\/a> kann man Mitfahrgelegenheiten als Pendler\/in oder f\u00fcr einfache Fahrten suchen und anbieten.<\/p>\n<h3><em>2) Autonutzung begrenzen<\/em><\/h3>\n<p>Es steckt irgendwie noch ganz tief in uns drin: Das Auto als Statussymbol. Wer keins hat, ist entweder sehr arm oder spinnt. F\u00fcr alle anderen geh\u00f6rt es ganz selbstverst\u00e4ndlich dazu. Meist sogar mit Zweit- oder gar Drittwagen innerhalb einer vierk\u00f6pfigen Familie.<\/p>\n<p>Ja gut, es ist bequem, man ist unabh\u00e4ngig von Fahrpl\u00e4nen und dem Wetter und . muss Fahrten weniger planenAber schon beim Punkt Zeitersparnis kippt die Waage. Um ehrlich zu sein, dauern Fahrten innerhalb der Stadt mit Bus oder Fahrrad auch nicht l\u00e4nger. Schon gar nicht, wenn man die Parkplatzsuche (und gerechterweise auch das Tanken, Werkstattaufenthalte, Reifenwechsel, T\u00dcV etc.) mit einkalkuliert. Weitere \u00c4rgernisse, die viel zu wenig Beachtung in der Wahl der Verkehrsmittel finden, sind die Kapitalbindung durch Anschaffungskosten, das Platzproblem (Parkpl\u00e4tze, Garage) sowie laufende Kosten (Versicherung, Werkstatt, Benzin). Wer das Fahrrad zu seinem Standardverkehrsmittel w\u00e4hlt, spart nicht nur Geld, sondern verf\u00fcgt ganz automatisch \u00fcber eine Grundfitness.<\/p>\n<p>Wie wir unsere Freizeit gestalten, unsere Eink\u00e4ufe erledigen und unseren Urlaub planen, h\u00e4ngt mit unserem Lebensstil zusammen. Daher ist es wichtig, individuelle Vorlieben zu ber\u00fccksichtigen. Wenn ich ohnehin mit dem Auto zur Arbeit fahre, aber auf dem R\u00fcckweg direkt den Einkauf erledige, f\u00e4llt daf\u00fcr keine zus\u00e4tzliche Autofahrt an. Ich kann aber auch das Lastenrad oder einen Bollerwagen f\u00fcr einen Gro\u00dfeinkauf nutzen (beides ist unter Umst\u00e4nden gleichzeitig auch f\u00fcr den Transport von kleinen Kindern geeignet).<\/p>\n<p>Apropos Freizeit: Warum nicht die Freizeit direkt vor der Haust\u00fcr beginnen? Warum nicht mit dem Fahrrad ins Kino oder zum Sport?<\/p>\n<p>Wer ganz konsequent ist und gar kein Auto besitzt oder \u00fcber einen Verkauf nachdenkt, vermeidet dadurch obendrein die Emissionen durch die Produktion. Wer aber den \u201eLuxus\u201c eines eigenen Autos nicht missen m\u00f6chte, kann dennoch bei Wahl und Ausstattung den Klimaschutz im Blick haben. Ganz ehrlich: Gerade jetzt in Corona-Zeiten genie\u00dfe ich es tats\u00e4chlich, im Zweifel auf den eigenen PKW zur\u00fcckgreifen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Trotzdem: Wer kein eigenes Auto hat, kann daf\u00fcr andere Freiheiten genie\u00dfen! Man kann es drehen und wenden wie man will: Werkstattbesuch, Autow\u00e4sche, Wartungsarbeiten. Um alles muss man sich k\u00fcmmern und alles ist teuer. Rechnet man alle Kosten zusammen, kostet ein eigener PKW je nach Modell und Nutzung mindestens 300,-\u20ac monatlich, im Durchschnitt sogar etwa das doppelte. Ein Budget, das allemal ausreichend ist f\u00fcr ein gutes Fahrrad, eine Jahreskarte f\u00fcr den \u00d6PNV, Carsharing-Geb\u00fchren und so manche Taxifahrt.<\/p>\n<p>Carsharing-Anbieter in Braunschweig sind <a href=\"http:\/\/www.greenwheels.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Greenwheels<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.carsharing-braunschweig.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Sheepersharing<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.hertz247.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Hertz<\/a> oder <a href=\"http:\/\/www.flinkster.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Flinkster<\/a>.<\/p>\n<p>Bei der Nutzung von E-Autos ist es f\u00fcr die Klimabilanz von entscheidender Bedeutung, aus welcher Quelle der Strom f\u00fcr den Betrieb stammt. L\u00e4dt man das Fahrzeug mit der eigenen Solaranlage, ist dies deutlich klimavertr\u00e4glicher. Bei herk\u00f6mmlicher Stromnutzung ist der Unterschied zum PKW mit Verbrennungsmotor fast zu vernachl\u00e4ssigen.<\/p>\n<h3><em>3) <\/em><em>Slow travel<\/em><\/h3>\n<p>Wir genie\u00dfen am Wochenende einen Trip ins Gr\u00fcne? Einen Spaziergang am See? Warum dann nicht die kostenlose frische Luft, die Bewegung im Freien und den Blick in den Himmel schon w\u00e4hrend der Fortbewegung von A nach B genie\u00dfen?<\/p>\n<p>Autos werden gerne genutzt, wenn wir im Stress sind und viele Termine unter einen Hut bringen m\u00fcssen. Aber vielleicht reichen ja auch ein paar weniger Freizeitaktivit\u00e4ten (und den Kindern auch!). Vielleicht lieber weniger Aktionen mehr genie\u00dfen und so f\u00fcr Entschleunigung sorgen. Wer Auto f\u00e4hrt, muss sich auf den Verkehr und auf den Weg konzentrieren. Das ist nichts, was zur Entspannung beitr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Zu Fu\u00df oder mit dem Fahrrad unterwegs zu sein, bringt die Gelegenheit f\u00fcr einen Plausch mit Fremden oder Bekannten, die man unterwegs trifft oder kennenlernt. Man bekommt das Wetter intensiver mit, was der Psyche enorm guttut. All dies steigert nicht unerheblich die eigene Lebensqualit\u00e4t.<\/p>\n<p>Bei l\u00e4ngeren Strecken bekommt man ein besseres Gef\u00fchl f\u00fcr die zur\u00fcckgelegte Entfernung, je langsamer man sich fortbewegt. Man muss nicht erst \u201eankommen\u201c.<br \/>\nIntensiv in Erinnerung ist mir eine Bahnreise von Berlin nach Palermo. Der Beginn der Reise war unspektakul\u00e4r. Beim ersten Umsteigen in M\u00fcnchen fiel mir auf, dass die Menschen hier aber schon irgendwie anders sprechen. Bei der Fahrt durch die Berge genoss ich es, stundenlang aus dem Fenster zu schauen. Immer wieder wechselten die Landschaft und die Sprachen, aber auch die Dialekte der Zusteigenden. Sp\u00e4testens in Rom dachte ich, dass ich ja nun bald da sein m\u00fcsste. Aber in Wirklichkeit ging die Fahrt noch viele Stunden weiter, ich hatte erst gut die H\u00e4lfte hinter mir. Die Landschaft \u00e4nderte sich immer wieder, ebenso wie die Dialekte der Menschen. Auf der letzten Etappe sa\u00dfen wir dichtgedr\u00e4ngt zu sechst im Abteil und ich h\u00f6rte den sp\u00e4ter sehr vertrauten sizilianischen Dialekt. Auch das Gep\u00e4ck und die Kleidung der Reisenden unterschied sich jetzt stark von dem der Reisenden bisher. Eine Frau hatte in einem Korb voller H\u00fchner dabei! \u2013 Was w\u00e4re mir alles entgangen, h\u00e4tte ich das Flugzeug genommen!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rund 2 Tonnen CO2 pro Person und Jahr werden im Bundesdurchschnitt im Bereich Mobilit\u00e4t emittiert. Das ist etwas mehr als im Bereich Ern\u00e4hrung. Das Einsparpotential ist dabei aber betr\u00e4chtlich gr\u00f6\u00dfer. 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