{"id":4320,"date":"2026-03-07T13:10:55","date_gmt":"2026-03-07T12:10:55","guid":{"rendered":"https:\/\/fuerimmerfreitag.de\/?p=4320"},"modified":"2026-03-07T13:18:32","modified_gmt":"2026-03-07T12:18:32","slug":"wut-kraftquelle-in-krisen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fuerimmerfreitag.de\/?p=4320","title":{"rendered":"Wut &#8211; Kraftquelle in Krisen"},"content":{"rendered":"\n<p>Wut \u2013 dieses Gef\u00fchl kennen wir alle. \u201e<strong><em>Wut \u2013 Kraftquelle in Krisen<\/em><\/strong>\u201c ist zu diesem Thema ein interessantes Angebot, das sich speziell an Frauen wendet. Es ist ein zweist\u00fcndiger Workshop, der von den Psychologists for Future Samstag, 21.3.2026 von 10-12 Uhr im Nachhaltigkeitszentrum, Bohlweg 55 angeboten wird.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Programmank\u00fcndigung hei\u00dft es: <em>\u201eIm Workshop begeben wir uns auf die Spur zu unserer Wut und wie wir sie nutzen k\u00f6nnen, um gegen Klimakrise und Patriarchat aktiv zu sein. Anmeldung: <\/em><a href=\"mailto:braunschweig@psychologistsforfuture.org\"><em>braunschweig@psychologistsforfuture.org<\/em><\/a><em>.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich ist es kein Zufall, dass der Workshop sich an Frauen richtet, denn am 8.M\u00e4rz wird der Internationale Frauentag gefeiert und der Workshop ist Teil einer frauenpolitischen Veranstaltungsreihe, die noch bis zum 22. M\u00e4rz l\u00e4uft. Das 8.M\u00e4rz-B\u00fcndnis Braunschweig gestaltet seit fast vierzig Jahren mit inzwischen 38 beteiligten Gruppen und Institutionen ein vielf\u00e4ltiges Programm, das jedes Jahr unter ein neues Motto gesetzt wird. In diesem Jahr ist das Thema \u201eWut\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich haben nicht nur Frauen viele Gr\u00fcnde, um w\u00fctend zu sein. Allein die Erkenntnis, dass der CO2-Aussto\u00df nach wie vor steigt, bringt viele Menschen verst\u00e4ndlicherweise in Rage. Zugleich steigt jedoch auch die Gewalt gegen Frauen und die Ersch\u00f6pfung der Menschen, die Sorgeaufgaben \u00fcbernehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Psychologists for Future, die Teil des 8.-M\u00e4rz-B\u00fcndnisses sind, stellen mit ihrem Workshop-Angebot einen Zusammenhang zwischen Klimakrise und Patriarchat her. Sie machen damit deutlich, dass wir beides in den Blick nehmen m\u00fcssen, um voranzukommen. Die Klimakrise ist ohne soziale Gerechtigkeit nicht zu bew\u00e4ltigen, dies gilt f\u00fcr das Gef\u00e4lle zwischen Reich und Armen, zwischen dem globalen S\u00fcden und dem globalen Norden und ebenfalls f\u00fcr die Geschlechtergerechtigkeit. Umgekehrt versch\u00e4rfen Krisen, Kriege und Katastrophen \u00fcberall soziale Ungerechtigkeiten und lassen die Entrechtung von Frauen wieder ansteigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Zusammenh\u00e4nge zwischen Klimakrise und Geschlechtergerechtigkeit sind komplex:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Frauen sind von den Auswirkungen der Erderhitzung anders und vielfach h\u00e4rter getroffen.<\/li>\n\n\n\n<li>Frauen sind im Durchschnitt eher als M\u00e4nner zu klimaschonenden Verhaltens\u00e4nderungen bereit.<\/li>\n\n\n\n<li>Frauen sind weltweit an der Basis der Klimagerechtigkeitsbewegung sehr aktiv, in den oberen Entscheidungsgremien aber kaum vertreten.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Dies sind nur ein paar Stichworte dazu, warum \u201edie Herstellung der Geschlechtergerechtigkeit\u201c als eine der wesentlichen Stellschrauben benannt wird, um die Erderhitzung zu stoppen. Mehr dazu findet ihr in unserem Artikel \u201eKlimakrise und Geschlechtergerechtigkeit\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Inzwischen gibt es noch umfangreichere Erkenntnisse zu dem Zusammenhang zwischen patriarchalen Strukturen und der fortschreitenden Klimakrise. Dazu finden sich auch im 4. Gleichstellungsbericht der Bundesregierung spannende Forschungsergebnisse.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor allem in Bezug auf die sozial\u00f6kologische Transformation der Arbeitswelt zeigt sich, dass Ma\u00dfnahmen, die dem Klima zu Gute kommen, positive gleichstellungspolitische Auswirkungen haben k\u00f6nnen \u2013 wenn die klimapolitischen Ma\u00dfnahmen sich nicht nur auf einen Austausch von Technologien beschr\u00e4nken.<\/p>\n\n\n\n<p>Hierf\u00fcr zwei Beispiele:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Die Ausweitung von Erwerbsarbeit hat eine klimasch\u00e4dliche Wirkung. Dementgegen w\u00fcrde eine Reduzierung der Vollarbeitszeit (nat\u00fcrlich bei vollem Lohnausgleich!) die Emissionen reduzieren und auch die menschlichen Ressourcen schonen. Insbesondere Menschen, die neben der Erwerbsarbeit noch Sorgeverantwortung f\u00fcr andere tragen, w\u00fcrden hierdurch entlastet. Eine verk\u00fcrzte Vollzeit \u2013 wie Gewerkschaften sie schon l\u00e4ngst fordern \u2013 w\u00e4re der Schl\u00fcssel zu einer gleichberechtigten Aufteilung der Sorgearbeit \u2013 und w\u00fcrde \u2013 ganz nebenbei \u2013 auch dem Fachkr\u00e4ftemangel entgegenwirken. Denn der Fachkr\u00e4ftemangel in sorgenden Berufen beruht weniger auf einem Mangel an Menschen, sondern liegt viel mehr an Jobflucht, unattraktiven Arbeitsbedingungen, schlechter Entlohnung, hohen Fehlzeiten und chronischer Ersch\u00f6pfung der Besch\u00e4ftigten.<\/li>\n\n\n\n<li>Eine St\u00e4rkung von klimasch\u00fctzenden und klimaneutralen Berufszweigen ist wichtig, um das Klima zu schonen und den notwendigen Strukturwandel sozial vertr\u00e4glich vorantreiben. Zu den klimaneutralen Berufen geh\u00f6ren viele Branchen im Dienstleistungsbereich, aber auch p\u00e4dagogische, soziale und pflegende Berufe, also Bereiche, in denen der Frauenanteil schon heute besonders hoch ist. Eine Ausweitung und St\u00e4rkung dieses Sektors w\u00fcrden also auch die Chancen von Frauen auf dem Arbeitsmarkt und die dortigen Arbeitsbedingungen verbessern.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich sto\u00dfen solche Ans\u00e4tze aktuell in weiten Teilen der Politik auf eine fast reflexartige Gegenwehr, die in erster Linie die \u201eNicht-Finanzierbarkeit\u201c in den Raum stellt, w\u00e4hrend zugleich eine Milliarden-Euro-schwere (und \u00e4u\u00dferst klimasch\u00e4dliche!) Remilitarisierung als \u201ealternativlos\u201c bezeichnet und bedenkenlos vorangetrieben wird. Auch das kann w\u00fctend machen!<\/p>\n\n\n\n<p>Denn gerade in dieser Argumentationslinie zeigt sich der Zusammenhang zwischen Klimakrise und patriarchalen Denkmustern allzu deutlich. Beides schadet den Menschen &#8211; und zwar allen Geschlechtern \u2013 in vielfacher Hinsicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies sind gute Gr\u00fcnde zum Internationalen Frauentag gemeinsam auf die Stra\u00dfe zu gehen. Immer mehr Menschen stellen sich hinter die Forderungen nach Geschlechtergerechtigkeit. Daher ist das Veranstaltungsprogramm des 8.M\u00e4rz-B\u00fcndnisses inzwischen auch ein bunter Mix aus Angeboten, bei denen Frauen unter sich bleiben k\u00f6nnen, Aktionen f\u00fcr die queere Community und Veranstaltungen, zu denen sich alle Menschen herzlich eingeladen f\u00fchlen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier findet Ihr das komplette Programm: <a href=\"https:\/\/www.braunschweig.de\/politik_verwaltung\/fb_institutionen\/fachbereiche_referate\/ref0150\/8._Maerz.php\">https:\/\/www.braunschweig.de\/politik_verwaltung\/fb_institutionen\/fachbereiche_referate\/ref0150\/8._Maerz.php<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wut \u2013 dieses Gef\u00fchl kennen wir alle. \u201eWut \u2013 Kraftquelle in Krisen\u201c ist zu diesem Thema ein interessantes Angebot, das sich speziell an Frauen wendet. 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