{"id":2227,"date":"2022-06-24T06:43:48","date_gmt":"2022-06-24T06:43:48","guid":{"rendered":"https:\/\/fuerimmerfreitag.de\/?p=2227"},"modified":"2022-06-24T06:43:48","modified_gmt":"2022-06-24T06:43:48","slug":"vegane-ernaehrung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fuerimmerfreitag.de\/?p=2227","title":{"rendered":"Vegane Ern\u00e4hrung"},"content":{"rendered":"<p>Ist Ern\u00e4hrung mit Fleischprodukten oder mit von Tieren produzierten Lebensmitteln noch zeitgem\u00e4\u00df, vertretbar und notwendig? Oder ist vegane Ern\u00e4hrung viel zu radikal, ungesund und teuer? Eins ist sicher: Vegane Ern\u00e4hrung ist klimafreundlich. Und auch der Gedanke des Tierwohls verbreitet sich immer weiter.<\/p>\n<p>Zu allererst m\u00f6chte ich meine ganz pragmatischen Lieblingsvorteile veganer Ern\u00e4hrung nennen: Das Essen <strong>wird nicht so schnell schlecht<\/strong>. Sei es der Nudelsalat beim Picknick oder die Milch vom Wochenendeinkauf: beides droht nicht sofort zu verderben, wenn es nicht schnell in den K\u00fchlschrank kommt. Zudem ist veganes essen ganz automatisch <strong>lactosefrei<\/strong>.<\/p>\n<p>Folgende Thesen wollen wir etwas genauer unter die Lupe nehmen:<\/p>\n<p><strong>Vegane Ern\u00e4hrung ist kompliziert und man muss auf viele Lebensmittel verzichten<\/strong><\/p>\n<p>Bis vor kurzem dachte ich, vegane Ern\u00e4hrung sei nur etwas f\u00fcr die ganz Hartgesottenen. Dann warf ich einen Blick in meinen K\u00fchlschrank und stellte fest: so krass ist Umstellung eigentlich auch wieder nicht. Eier verwendet ich haupts\u00e4chlich f\u00fcr Kuchen und Pfannkuchen. F\u00fcr beides gibt es <strong>hervorragende Rezeptalternativen<\/strong>.<br \/>\nAn Stelle von Kuhmilch kann man pflanzliche Alternativen verwenden. Dasselbe gilt f\u00fcr Sahne, Cr\u00e8me fra\u00eeche und Joghurt. Allein das <strong>ausw\u00e4rtige Essen<\/strong> bis etwas komplizierter. Aber auch hier gibt es mit etwas Vorbereitung die M\u00f6glichkeit vegane Gericht oder Snacks zu finden oder man schmiert sich eben einfach ein paar Brote.<\/p>\n<p><strong>Veganes Essen ist ungesund<\/strong><\/p>\n<p>Es kommt darauf an. Ob Ern\u00e4hrung gesund oder ungesund ist, h\u00e4ngt zum gr\u00f6\u00dften Teil davon ab, wie sinnvoll man seine Lebensmittel zusammenstellt. Per se ist vegane Ern\u00e4hrung nur insofern bedenklich als dass man besonders auf eine ausreichende Aufnahme von <strong>Eisen, Vitamin B12<\/strong><strong>, Vitamin D, und Jod<\/strong> achten sollte. (Allerdings wird dem Futter von <span style=\"color: #339966;\"><strong><a style=\"color: #339966;\" href=\"https:\/\/www.quarks.de\/gesundheit\/ernaehrung\/vitamin-b12-und-vegane-ernaehrung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Schweinen und Gefl\u00fcgel<\/a><\/strong><\/span> das Vitamin B12 auch erst beigef\u00fcgt.) Wer sich diesbez\u00fcglich Sorgen macht, kann regelm\u00e4\u00dfig die wichtigsten Werte beim Hausarzt \u00fcberpr\u00fcfen lassen.<br \/>\nDa man aber in der Regel ohnehin auf eine gute Zusammenstellung der Nahrungsmittel achtet, also regelm\u00e4\u00dfig <strong>viel Gem\u00fcse, H\u00fclsenfr\u00fcchte, Obst und Getreide<\/strong> zu sich nimmt, erh\u00e4lt man damit auch eine geballte Ladung wertvoller N\u00e4hrstoffe.<\/p>\n<p><strong>Die vielen Zusatzstoffe in Fleisch-Alternativen sind ungesund<\/strong><\/p>\n<p>Ich sage es mal so: Betrachtet man vegane Ern\u00e4hrung als 1:1-Umsetzung von <strong>\u201eguter deutscher K\u00fcche\u201c<\/strong>, dann erweist man sich und seinem K\u00f6rper sicher keinen guten Dienst. Orientiert man sich dagegen an den <strong>K\u00fcchen anderer Kulturen<\/strong> stellt man fest, dass man sein Essen auch einfach ganz ohne industriell gefertigte Produkte zubereiten Kann. So bietet zum Beispiel die thail\u00e4ndische oder auch die indische K\u00fcche tolle und leckere vegane Gerichte, mit vielen <strong>Gew\u00fcrzen<\/strong>, Gem\u00fcse und H\u00fclsenfr\u00fcchten. Letztere sind \u00fcbrigens <strong>Protein-Weltmeister<\/strong> und enthalten mehr Protein als Fleisch. An Stelle von Kuhmilchprodukten wird hier oft <strong>Kokosmilch<\/strong> verwendet.<\/p>\n<p><strong>Vegane Ern\u00e4hrung ist teuer<\/strong><\/p>\n<p>Das kommt darauf an. Richtig ist, dass <strong>Ersatzprodukte<\/strong> wie Hafermilch, Sojajoghurt oder vegane Schnitzel gerade voll im Trend liegen und damit teurer sind als die konventionellen Produkte. Aber gerade mit einem hohen Anteil an Reis, H\u00fclsenfr\u00fcchten sowie regionalem Obst und Gem\u00fcse kann man sich vergleichsweise g\u00fcnstig ern\u00e4hren. Eine viel gr\u00f6\u00dfere Rolle spielt hierbei die Frage, ob man zum Beispiel Leitungswasser oder gekaufte Getr\u00e4nke trinkt, oder ob man h\u00e4ufig ausw\u00e4rts isst.<\/p>\n<p><strong>Der Soja-Anbau zerst\u00f6rt die Regenw\u00e4lder<\/strong><\/p>\n<p>Etwa 80 Prozent des weltweit angebauten Sojas enden als <strong>Tierfutter<\/strong>, weitere 18% werden anderweitig verarbeitet, zum Beispiel <strong>Biodiesel<\/strong> oder <strong>Brat\u00f6l<\/strong>. Der Anteil, aus dem Sojabratlinge oder Tofu hergestellt werden, betr\u00e4gt demnach nur etwa 2%. Dabei handelt es sich dann im Regelfall um europ\u00e4isches Bio-Soja aus gentechnikfreier Landwirtschaft. Wenn es also darum geht den Regenwald zu sch\u00fctzen, dann ist es allemal sinnvoller auf Fleisch zu verzichten. Abgesehen davon gibt es viele vegane Alternativen ohne Soja, zum Beispiel auf <strong>Erbsenbasis<\/strong>.<\/p>\n<p><strong>Vegane Ern\u00e4hrung ist klimafreundlich<\/strong><\/p>\n<p>\u00c4ndert man im CO<sub>2<\/sub>-Rechner die Eingabe zur Ern\u00e4hrung von \u201eMischkost\u201c auf \u201eVegane Ern\u00e4hrung\u201c verringern sich die j\u00e4hrlichen Emissionen von 1,69t auf 1,01t. Klingt nicht viel? Gemessen an der Tatsache, dass wir unsere Emissionen massiv einschr\u00e4nken m\u00fcssen und eine \u201eklimaneutrale Lebensweise\u201c erst ab einer Gesamtemission von weniger als 1 Tonne CO<sub>2<\/sub> pro Jahr erreicht ist, ist diese Reduktion erheblich. Aber ist nicht auch eine vegetarische Ern\u00e4hrung ein sinnvoller Beitrag? Ja, nat\u00fcrlich! Dennoch m\u00f6chte ich hier ein eindrucksvolles Beispiel geben: Die wegen ihrer \u201emiserablen\u201c Klimabilanz verschriene Avocado (0,6kg CO<sub>2<\/sub> pro kg Avocado im Vergleich zu 0,2kg CO<sub>2<\/sub> pro kg bei Kartoffeln) wird sie pl\u00f6tzlich zum Klimasch\u00fctzer, wenn man sie mit Butter (9kg CO<sub>2<\/sub> pro kg) oder K\u00e4se (5,7kg CO<sub>2<\/sub> pro kg) vergleicht. Vom Vergleich mit einem kg Rindfleisch (13,6kg CO<sub>2<\/sub>) ganz zu schweigen. So ist denn pl\u00f6tzlich ein Brot mit Avocado weniger klimasch\u00e4dlich als ein Brot mit Butter und K\u00e4se<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>.<br \/>\nDie Produktion von 100g Rindfleisch verbraucht \u00fcbrigens 48x mehr Land, 8x mehr Wasser und emittiert 113x mehr CO<sub>2<\/sub> als f\u00fcr die gleiche Menge von Erbsenprotein.<\/p>\n<p><strong>Noch ein Wort zum Tierwohl<\/strong><\/p>\n<div>\n<p>Der Ansatz von veganer Lebensweise ist, dass nicht nur, wie bei vegetarischer Ern\u00e4hrung, auf das T\u00f6ten von Tieren verzichtet wird, sondern auch auf Lebensmittel, die von Tieren produziert werden. Hierbei soll der Blick darauf gelenkt werden, Tiere nicht automatisch als minderwertig und dem Menschen untergeordnet zu betrachten.<br \/>\nWir sind heutzutage nicht mehr auf tierische Produkte angewiesen, weil wir das ganze Jahr \u00fcber alle notwendigen Lebensmittel wie <strong>Gem\u00fcse, H\u00fclsenfr\u00fcchte, Getreide und Obst<\/strong> zur Verf\u00fcgung haben. Daher ist uns heute eine Ern\u00e4hrung m\u00f6glich, die auf die Verwertung von Tieren verzichtet. Beim B\u00e4cker eine Laugenbrezel anstelle eines Buttercroissants zu nehmen, ist am Ende vielleicht gar nicht so ein gro\u00dfes Opfer.<\/p>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Weitere interessante Fakten zum Thema Fleischkonsum gibt es \u00fcbrigens in <span style=\"color: #339966;\"><strong><a style=\"color: #339966;\" href=\"https:\/\/deref-gmx.net\/mail\/client\/BD-w1YsDGHA\/dereferrer\/?redirectUrl=https%3A%2F%2Fyoutu.be%2FT9_DESp732U\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">diesem Video.<\/a><\/strong><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Alle Zahlen stammen aus <span style=\"color: #339966;\"><strong><a style=\"color: #339966;\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=UvUq4UzOL6k\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">diesem Video.<\/a><\/strong><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ist Ern\u00e4hrung mit Fleischprodukten oder mit von Tieren produzierten Lebensmitteln noch zeitgem\u00e4\u00df, vertretbar und notwendig? 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