{"id":1897,"date":"2021-11-05T19:34:51","date_gmt":"2021-11-05T19:34:51","guid":{"rendered":"https:\/\/fuerimmerfreitag.de\/?p=1897"},"modified":"2021-11-05T19:34:51","modified_gmt":"2021-11-05T19:34:51","slug":"weltklimagipfel-in-glasgow","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fuerimmerfreitag.de\/?p=1897","title":{"rendered":"Weltklimagipfel in Glasgow"},"content":{"rendered":"<p>Gro\u00dfe Worte finden sie alle. <strong>\u201eWir graben unsere eigenen Gr\u00e4ber!\u201c<\/strong> So warnte der UN-Generalsekret\u00e4r bei der Er\u00f6ffnungsrede der Weltklimakonferenz in Glasgow am 1. November 2021 eindringlich. Eine Niederlage im Kampf gegen den Klimawandel sei keine Option, sondern ein <strong>\u201eTodesurteil\u201c<\/strong>. Noch dramatischer beschrieb es der britische Premierminister mit der Erkenntnis: \u201eEs ist eine Minute vor Mitternacht <strong>auf der Uhr des Weltuntergangs<\/strong>.\u201c Nicht alle Regierungschefs finden so hollywoodreife Formulierungen, aber sie alle sprechen von der Pflicht und Notwendigkeit, sofort und ambitioniert zu handeln. Ursula van der Leyen will mit dieser Weltklimakonferenz \u201e<strong>Geschichte schreiben<\/strong>\u201c.<\/p>\n<p>Leider glaubt niemand ernsthaft daran, dass diese Weltklimakonferenz erfolgreich sein wird. Die Notwendigkeit zum Handeln ist seit Jahrzehnten bekannt. W\u00e4hrend die Reichen diskutieren und gro\u00dfspurige Reden halten, erleiden die L\u00e4nder des globalen S\u00fcdens, die am wenigsten zum Klimawandel beitragen, bereits heute die Folgen der Ma\u00dflosigkeit der Industrienationen. Wir kennen die Zusagen, f\u00fcr die diese \u201eWeltgemeinschaft\u201c sich beim Abschluss des <strong>Pariser Klimaabkommens<\/strong> <strong>2015<\/strong> gefeiert hat, und wir wissen auch, wieviel davon in den letzten sechs Jahren umgesetzt wurde: Der weltweite CO2-Aussto\u00df ist seitdem nicht gedrosselt worden, sondern gestiegen. Die 1,5 Grad Erderw\u00e4rmung, auf die die beteiligten Nationen den Klimawandel begrenzen wollten, um eine weltweite Klimakatastrophe zu verhindern, sind inzwischen bald erreicht.<\/p>\n<p>Was wir momentan also am allerwenigsten brauchen, sind \u201egro\u00dfe Worte\u201c und noch mehr leere Versprechungen oder Absichtserkl\u00e4rungen, deren Umsetzung in ferner Zukunft liegen. <strong>Die Entwaldung der Erde soll 2030 gestoppt werden?<\/strong> Was soll dann noch \u00fcbrig sein? Wie kann eine solche &#8222;Einigung&#8220; ernsthaft als Erfolg gefeiert werden?<\/p>\n<p><strong>Elisabeth Nsimadala<\/strong>, <strong>Pr\u00e4sidentin des panafrikanischen Bauernverbandes<\/strong>, sprach beim Weltklimagipfel f\u00fcr 80 Millionen B\u00e4uerinnen, die mit ihrer Arbeit 800 Millionen Menschen ern\u00e4hren. Sie beschrieb die vom Klimawandel herbeigef\u00fchrten D\u00fcrren und die vernichteten Ernten. Das Agrarsystem sei vor dem Kollaps, so Nsimadala.<\/p>\n<p>Auch die <strong>Sonderberichterstatterin der Vereinten Nationen f\u00fcr die Rechte indigener V\u00f6lker<\/strong> <strong>Victoria Tauli-Corpuz<\/strong> forderte die Unterst\u00fctzung der Weltgemeinschaft. Die 500 Millionen indigenen Menschen, f\u00fcr die sie zust\u00e4ndig ist, sch\u00fctzen 80% der verbliebenen Biodiversit\u00e4t unter immer schwieriger werdenden Bedingungen.<\/p>\n<p>Solche Stimmen sind wichtig, aber sie bleiben in Glasgow leise und verhallen schnell in der Wortgewalt der Industrienationen. Es ist mehr als offensichtlich, dass die reichen Nationen bei den eigentlichen Verhandlungen lieber unter sich bleiben. An der profitablen Weltordnung soll nicht wirklich ger\u00fcttelt werden. <strong>Klimaschutz ja, aber er muss sich rechnen f\u00fcr die, die es gewohnt sind abzukassieren und es auch k\u00fcnftig weiterhin gerne tun wollen.<\/strong><\/p>\n<p>Wer berichtet \u00fcber die vielen aktuellen Demonstrationen und Proteste von jungen Leuten rund um den Klimagipfel? Zum Beispiel \u00fcber das Greenpeace-Schiff \u201eRainbow Warrior III\u201c, das gerade mit jungen Klimaktiven aus vier besonders vom Klimawandel betroffenen L\u00e4ndern den schottischen Fluss Clyde hinauff\u00e4hrt? Greenpeace will mit dieser Fahrt auf diejenigen aufmerksam zu machen, um deren Zukunft beim Klimagipfel gepokert wird: <strong>die jungen Menschen weltweit.<\/strong><\/p>\n<p>Die sind es, um die es eigentlich gehen sollte, und sie sind es, die geh\u00f6rt werden sollten. Denn wenn uns irgendetwas Mut zum Umdenken macht, dann sind es die jungen Menschen. Fridays for Future und viele andere von jungen Menschen getragenen Klima-Initiativen gibt es inzwischen weltweit. Sie sind gut vernetzt, sie empowern sich gegenseitig und k\u00e4mpfen unerm\u00fcdlich f\u00fcr eine bessere Welt. So wie <strong>die philippinische Aktivistin Tan<\/strong>, die der festen \u00dcberzeugung ist: <strong>\u201eEchte Ver\u00e4nderung kommt von der Stra\u00dfe. Wir m\u00fcssen so laut sein, dass sie uns nicht ignorieren k\u00f6nnen.\u201c<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gro\u00dfe Worte finden sie alle. \u201eWir graben unsere eigenen Gr\u00e4ber!\u201c So warnte der UN-Generalsekret\u00e4r bei der Er\u00f6ffnungsrede der Weltklimakonferenz in Glasgow am 1. November 2021 eindringlich. Eine Niederlage im Kampf gegen den Klimawandel sei keine Option, sondern ein \u201eTodesurteil\u201c. 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