{"id":1302,"date":"2020-10-22T18:00:03","date_gmt":"2020-10-22T18:00:03","guid":{"rendered":"https:\/\/fuerimmerfreitag.de\/?p=1302"},"modified":"2020-10-22T18:00:03","modified_gmt":"2020-10-22T18:00:03","slug":"mein-essbarer-garten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fuerimmerfreitag.de\/?p=1302","title":{"rendered":"Mein essbarer Garten"},"content":{"rendered":"<p>Der entscheidende Moment war, als ich vor dem Gem\u00fcseregal stand und mir v\u00f6llig unschl\u00fcssig war: Nehme ich die in Plastik verpackten regionalen M\u00f6hren, auf denen Bio steht, oder greife ich doch nach den unverpackten aus Belgien?<\/p>\n<p>Ich stellte fest, dass der Anspruch, klimavertr\u00e4glich einzukaufen gelegentlich Zeit und Nerven kostet. Da fiel mir eine L\u00f6sung ein. Immerhin habe ich einen eigenen Garten, also warum nicht selber anpflanzen? Man konnte ja erst einmal klein anfangen, ein paar Zwiebeln, ein paar M\u00f6hren. Frischer, unverpackter und regionaler geht es jedenfalls nicht.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1306 alignleft\" src=\"https:\/\/fuerimmerfreitag.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Hochbeetklein-200x300.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"300\" \/>Wir nutzten das Fr\u00fchjahr, um ein Hochbeet zu bauen, f\u00fcllten es mit vielem, was sowieso im Garten herumlag. Strauchschnitt und Laubhaufen verschwanden darin, geh\u00e4ckselte Zweige und Mulch. Dann holten wir Kompost von der M\u00fcllhalde und Humus vom G\u00e4rtner. Die ersten vorgezogenen Brokkolis, Blumenkohlpfl\u00e4nzchen und Kohlrabis zogen aus den T\u00f6pfen um ins Beet, M\u00f6hren wurden direkt ges\u00e4t und Zwiebeln gesteckt.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1307 alignright\" src=\"https:\/\/fuerimmerfreitag.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Toepfe-klein-200x300.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p>Dann war eigentlich das meiste getan: ein bisschen gie\u00dfen, hier und da mal Unkraut zupfen, etwas Brennesseljauche an die hungrigen Pflanzen, den Rest erledigt die Natur allein. Mit einigem Staunen wurde mir klar, dass Gartenarbeit gar nicht so anstrengend und zeitaufw\u00e4ndig ist, wie ich dachte, aber sehr viel befriedigender als der Einkauf im Supermarkt. Noch erstaunter war ich bei meiner ersten Ernte. Ich hatte nicht gewusst, wie intensiv Gem\u00fcse schmeckt, das frisch geerntet auf den Teller kommt. Sogar meine gem\u00fcsekritischen S\u00f6hne wollten pl\u00f6tzlich Rohkostteller.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich blieb es nicht bei dem einen Hochbeet. (Achtung: Eigenanbau macht s\u00fcchtig!) Auf unsere Rasenfl\u00e4che wurde ein Gew\u00e4chshaus gestellt, in dem ich Tomaten, Paprika und Melonen ziehe, ich pflanzte <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1305 alignleft\" src=\"https:\/\/fuerimmerfreitag.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Beet-169x300.jpg\" alt=\"\" width=\"169\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/fuerimmerfreitag.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Beet-169x300.jpg 169w, https:\/\/fuerimmerfreitag.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Beet.jpg 375w\" sizes=\"auto, (max-width: 169px) 100vw, 169px\" \/>Obstb\u00fcsche, ich legte flache Kompost-Beete an, baute noch drei neue Hochbeete, wurde Stammkundin in Watenb\u00fcttel (wunderbarer Kompost!) und stellte Regentonnen auf, um die notwendige Bew\u00e4sserung wassersparend zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich ging in diesem ersten Gartenjahr vieles schief, Stangebohnen blieben unsichtbar, die Zucchinibl\u00e4tter waren voller Mehltau und die K\u00fcrbisse blieben auf Murmel-Gr\u00f6\u00dfe. Aber allen Pleiten zum Trotz packte mich die Leidenschaft f\u00fcr die Gartenarbeit und lie\u00df mich nicht mehr los. Ich begann zu lesen und zu studieren, besch\u00e4ftigte mich mit Permakultur, Fruchtwechsel, Fruchtfolge und schaute mir jeden Tag ein neues YouTube-Video an. <em>\u201eHallo, hier bin ich wieder, euer Garten-Hugo. Heute zeige ich euch, was ihr bei der Anzucht von Schlangengurken bedenken m\u00fcsst\u2026\u201c<\/em><\/p>\n<p>Selten habe ich so viel in einem Jahr gelernt wie in diesem. Das meiste davon allerdings nicht in B\u00fcchern oder durch Videos, sondern durch Ausprobieren, Beobachten, Erleben. Dadurch ist mir vieles, was in diesem kleinen Garten-Lebensraum passiert und ineinandergreift, erst bewusst geworden. Ich verbringe so viel Zeit im Garten wie Beruf, Haushalt und Familie zulassen und finde das au\u00dferordentlich erholsam. Inmitten von all dem Bl\u00fchen und Wachsen scheint die Zeit einfach anders zu verlaufen als in unserer hektischen, eng getakteten Beton- und Asphaltwelt.<\/p>\n<p>Dabei ist dieser st\u00e4dtische Gartenbau keineswegs nur ein privates Vergn\u00fcgen, sondern durchaus Teil einer inzwischen weltweiten Bewegung, die sich \u201eUrban Gardening\u201c nennt. Mehr dar\u00fcber in dem Artikel <a href=\"https:\/\/reset.org\/knowledge\/urban-gardening-mit-gaerten-die-welt-veraendern\">Urban Gardening &#8211; Mit G\u00e4rten unsere St\u00e4dte ver\u00e4ndern<\/a> von der gemeinn\u00fctzigen Stiftungs-GmbH RESET: <em>\u201eAus vereinzelten Balkong\u00e4rtnern und Laubenpiepern ist eine Bewegung geworden: in den St\u00e4dten dieser Welt wird an allen m\u00f6glichen und unm\u00f6glichen Orten gebuddelt, gepflanzt und geerntet. Auf Brachen, D\u00e4chern, Mauern und Gr\u00fcnstreifen werden Blumen gez\u00fcchtet und M\u00f6hren aus der Erde gezogen. Mit jedem Beet wird wieder ein St\u00fcck Natur in die Stadt geholt.\u201c<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der entscheidende Moment war, als ich vor dem Gem\u00fcseregal stand und mir v\u00f6llig unschl\u00fcssig war: Nehme ich die in Plastik verpackten regionalen M\u00f6hren, auf denen Bio steht, oder greife ich doch nach den unverpackten aus Belgien? Ich stellte fest, dass der Anspruch, klimavertr\u00e4glich einzukaufen gelegentlich Zeit und Nerven kostet. Da fiel mir eine L\u00f6sung ein. 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