{"id":1161,"date":"2020-09-03T15:11:30","date_gmt":"2020-09-03T15:11:30","guid":{"rendered":"https:\/\/fuerimmerfreitag.de\/?p=1161"},"modified":"2024-05-16T11:04:38","modified_gmt":"2024-05-16T09:04:38","slug":"hoechste-zeit-der-fast-fashion-adieu-zu-sagen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fuerimmerfreitag.de\/?p=1161","title":{"rendered":"H\u00f6chste Zeit, der Fast Fashion Adieu zu sagen!"},"content":{"rendered":"<p><strong>Klimaschutz und Spa\u00df an Mode &#8211; geht das zusammen?<\/strong><br \/>\n<strong>Wiebke, eine Projektmanagerin aus Hamburg<\/strong> (z.Zt. in der Weiterbildung zur Modemanagerin) hat uns freundlicherweise hierzu einen spannenden Gast-Beitrag zugeschickt, den wir gerne mit euch teilen:<\/p>\n<p>&#8222;Das Ph\u00e4nomen, in der Textilherstellung immer mehr Kollektionen in immer k\u00fcrzeren zeitlichen Abst\u00e4nden herauszubringen und zu vertreiben, bezeichnet man als <em>Fast Fashion<\/em>.<\/p>\n<p>Seit den fr\u00fchen 00er Jahren ein Begriff, treibt <em>Fast Fashion<\/em> Jung &amp; Alt, meist unbewusst, immer h\u00e4ufiger in die bekannten Modeketten und triggert mit st\u00e4ndig neuen Trends die Kauflust. Die Kleidungsst\u00fccke k\u00f6nnen schnell und einfach konsumiert werden, zeichnen sie sich doch zumeist durch g\u00fcnstige Preise, leider aber auch durch eine verk\u00fcrzte Haltbarkeit auf Grund von mangelhafter Qualit\u00e4t aus.<\/p>\n<p>Die Folge: Menschen in Deutschland kaufen rund 60 neue Kleidungsst\u00fccke pro Jahr, wobei 40% unserer Kleidung im Kleiderschrank selten bis nie getragen wird. Die Trage- und Besitzdauer von Kleidung hat sich seit 2000 halbiert. Daraus resultierend werden mehr als 1.3 Millionen Gebrauchtkleider j\u00e4hrlich aussortiert \u2013 eine solche Menge, dass diese in Deutschland nicht verwertet werden kann und ausrangierte Kleidungsst\u00fccke ins Ausland exportiert werden.<\/p>\n<p>Aber was bedeutet das nun f\u00fcr unseren Planeten, die Umwelt und die Menschen?<\/p>\n<p>Mode ist ein klimapolitisches Problem. Die <em>Fashion Changers<\/em> bringen dies in ihrem gleichnamigen und sehr lesenswerten Buch anhand von einigen Zahlen auf den Punkt:<\/p>\n<ul>\n<li>Die weltweite Textilproduktion hat sich, laut Greenpeace, von 2000 bis 2014 verdoppelt<\/li>\n<li>8% des weltweiten CO2-Verbrauchs sind auf die Bekleidungs- und Schuhindustrie zur\u00fcck zu f\u00fchren, was mehr als den Flug- und Schiffsverkehr zusammen ausmacht<\/li>\n<li>20% der industriellen Wasserverschmutzung sind, laut dem New Standard Institut, dem F\u00e4rben und Behandeln von Textilien zugeordnet<\/li>\n<li>1,5-2 Millionen Tonnen M\u00fcll entstehen in der EU pro Jahr durch ungewollte Kleidung<\/li>\n<\/ul>\n<p>Dazu kommt die systematische Ausbeutung der Menschen, die die Textilien produzieren. Denn um den Mode-W\u00fcnschen der Kaufenden stets einen Schritt voraus zu sein und dem ma\u00dflosen Konsum gerecht zu werden, wird in den Fabriken non-stop gearbeitet.<\/p>\n<p>Aber da <strong><em>wir<\/em><\/strong> es sind, die mit unserem Konsum einen Ausl\u00f6ser f\u00fcr diese Probleme darstellen, haben <strong><em>wir<\/em><\/strong> auch die Chance, etwas daran zu \u00e4ndern. An uns liegt es, die Notbremse zu ziehen, unser Konsumverhalten zu hinterfragen sowie die Unternehmen, bei denen wir unsere Modelust befriedigen, genauer unter die Lupe zu nehmen.<\/p>\n<p><strong>Was also tun? <\/strong><\/p>\n<p>Zuallererst sei hier wohl gesagt, dass es den einen perfekten Weg nicht gibt. Vielmehr geht es darum, sich mit dem Thema zu besch\u00e4ftigen und seinen Fokus festzulegen, um den eigenen Mode-Konsum nachhaltiger zu gestalten. Vegane Materialien, Fairness im Herstellungsprozess und nat\u00fcrliche und nicht erd\u00f6lbasierte Materialien sind nur einige der M\u00f6glichkeiten. Eins ist klar: Nachhaltigkeit bedeutet weniger Konsum und dadurch \u2013 im Sinne des Gleichgewichts von Angebot und Nachfrage &#8211; weniger Produktion auf Seite der Unternehmen.<\/p>\n<ul>\n<li>Schon mit kleinen Anpassungen des eigenen Kaufverhaltens kann man einen Weg zu mehr Nachhaltigkeit finden. So ist es hilfreich, bei dem Kauf neuer Kleidungsst\u00fccke auf <strong>reine Materialien<\/strong> (nat\u00fcrlich oder synthetisch) zur\u00fcck zu greifen und von Mischgeweben abzusehen. So steigt die Recycelf\u00e4higkeit.<\/li>\n<li>Ebenso sollte man bedenken, dass synthetische Stoffe beim Waschen <strong>Mikrofasern<\/strong> verlieren, die unsere Umwelt stark belasten. Anstatt zu h\u00e4ufig zu waschen, sollten Flecken lieber punktuell gereinigt werden. Muss es unbedingt der Waschgang in der Maschine sein, helfen W\u00e4sches\u00e4cke, die verhindern sollen, dass Mikroplastikteile in die Waschmaschine gelangen.<\/li>\n<li>Und unsere aussortierte Kleidung? Die geh\u00f6rt nicht in den n\u00e4chsten Altkleidercontainer. Es l\u00e4sst sich relativ leicht recherchieren, <strong>wo gebrauchte Kleidung gebraucht und gew\u00fcnscht wird<\/strong>. Sozialkaufh\u00e4user, das DRK, die Caritas, die Stadtmission oder auch Second Hand Shops sind nur einige sinnvolle Anlaufstellen, bei denen man anfragen kann.<\/li>\n<li>Bevor die Kleidung aussortiert wird, probiert es doch einfach einmal mit einer kleinen <strong>Challenge<\/strong> und tragt eine Woche lang nur Outfits mit Kleidungsst\u00fccken, die in den letzten sechs Monaten im Schrank liegen geblieben sind. Gefallen Sie danach immer noch nicht, d\u00fcrfen sie aussortiert und sinnvoll verkauft oder gespendet werden. Oder lassen sie sich vielleicht mit kleinen <strong>Upcycling-Tricks<\/strong> neu aufpeppen?<\/li>\n<li>Hat man dann doch einmal Lust auf neue Kleidungsst\u00fccke, dann muss man nicht gleich in das n\u00e4chste Modehaus laufen. Organisiert einen <strong>Kleidertausch-Abend<\/strong> im Freundes- und Bekanntenkreis und lasst euch \u00fcberraschen, welche Schmuckst\u00fccke hier zutage kommen!<\/li>\n<li>Nicht zuletzt hilft es, sich selbst klare Regeln aufzustellen, wie zum Beispiel maximal <strong>f\u00fcnf neue Teile im Jahr<\/strong> zu shoppen. <strong>Tauschen und leihen<\/strong> sind hier super Alternativen. Und muss es etwas Neues sein, so bieten zahlreiche <strong>Second Hand Shops<\/strong> sowie angesagte nachhaltige Labels eine Auswahl, bei der heutzutage alle f\u00fcndig werden k\u00f6nnen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wir alle k\u00f6nnen uns \u2013 ohne gro\u00dfen Verzicht \u2013 in Richtung nachhaltigen Konsum bewegen und gemeinsam unseren Beitrag zu einer besseren Welt leisten. Wichtig ist es vor allem, sich schlau zu machen und nicht gedankenlos in die n\u00e4chste gro\u00dfe Modekette hinein zu stolpern. Denn der Kauf unserer Kleidung und die Entscheidungen, die dahinterstehen, k\u00f6nnen unsere Zukunft sichern oder sie in Gefahr bringen. Wir alle sollten daher an den kleinen Stellschrauben unseres Lebens drehen und uns f\u00fcr mehr Nachhaltigkeit entscheiden. Zum Gl\u00fcck bedeutet das nicht, auf tolle Mode verzichten zu m\u00fcssen.&#8220;<\/p>\n<p>In der Rubrik &#8222;B\u00fccher&#8220; beschreibt Wiebke f\u00fcr euch noch einmal detaillierter das hier erw\u00e4hnte Buches <a href=\"https:\/\/fuerimmerfreitag.de\/?page_id=1169\">&#8222;Fashion Changers &#8211; Wie wir mit fairer Mode die Welt ver\u00e4ndern k\u00f6nnen&#8220;.<\/a> Schaut mal hinein, es lohnt sich!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Klimaschutz und Spa\u00df an Mode &#8211; geht das zusammen? 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