{"id":1137,"date":"2020-08-21T14:50:56","date_gmt":"2020-08-21T14:50:56","guid":{"rendered":"https:\/\/fuerimmerfreitag.de\/?p=1137"},"modified":"2024-05-16T11:03:40","modified_gmt":"2024-05-16T09:03:40","slug":"wasser-ist-leben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fuerimmerfreitag.de\/?p=1137","title":{"rendered":"Wasser ist Leben."},"content":{"rendered":"<p>Als ich diesen Artikel zu schreiben begann, tropfte gerade das Wasser von meinen Sonnenblumen. Es war der f\u00fcnfte Regentag in Folge. Irgendwie kam es mir grotesk vor, einen Artikel \u00fcber drohende D\u00fcrre und Trinkwassermangel zu schreiben. Aber ein paar verregnete Julitage sind nat\u00fcrlich nur eine ziemlich tr\u00fcgerische Hoffnung. Das dramatische Absinken des Grundwassers wird dadurch leider nicht aufgehalten.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/news\/geowissen\/klima-15-grad-erwaermung-schon-bis-2024\/\"><strong>Die aktuellste Prognose der WMO<\/strong><\/a> (<strong>World Meteorological Organization) <\/strong>macht deutlich: Die 1,5 Grad-Grenze, deren Einhaltung das Ziel des Pariser Klima-Abkommens war, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit <strong>in den n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahren <\/strong>erreicht (70% Wahrscheinlichkeit), vielleicht sogar \u00fcberschritten werden. Der Hydrologe Dietrich Borchardt beschreibt in einem <a href=\"https:\/\/taz.de\/Hydrologe-ueber-Duerreperiode-2020\/!5693923\/\">Interview mit der taz<\/a>, was mit diesem fortschreitenden Klimawandel auf uns zukommt: <em>\u201eSchon eine Erw\u00e4rmung von 1,5 Grad bedeutet, dass Hitzejahre wie 2018 normal werden. Selbst bei 1,5 Grad werden wir also eine massiv andere Wassernutzung bekommen als heute.\u201c<\/em><\/p>\n<p><strong>Damit wird auch in unseren Regionen das Trinkwasser knapp, eine Entwicklung, die durch konsequente Schritte vielleicht noch abgemildert werden kann, aber grunds\u00e4tzlich nicht mehr aufzuhalten ist.<\/strong><\/p>\n<p>Wasser ist nicht nur eine der wichtigsten Voraussetzungen f\u00fcr das menschliche \u00dcberleben, sondern f\u00fcr den Anbau von Lebensmitteln unerl\u00e4sslich, wie auch f\u00fcr den Erhalt der W\u00e4lder und der Artenvielfalt, von denen ebenfalls unser \u00dcberleben abh\u00e4ngt. Wir brauchen ein v\u00f6llig neues Wassermanagement, um den Negativfolgen der D\u00fcrre entgegen zu wirken. Dies fordert auch die Deutsche Umweltstiftung, unterst\u00fctzt von den Umweltverb\u00e4nden, die seit Jahren den Zusammenhang zwischen Klimawandel und Trinkwasser-, bzw. Lebensmittelversorgung deutlich machen.<\/p>\n<p>Also h\u00f6chste Zeit, unseren Umgang mit diesem kostbaren Rohstoff zu \u00fcberdenken.<\/p>\n<p>Zum Gl\u00fcck haben wir viele M\u00f6glichkeiten, Wasser zu sparen: Nicht nur bei der direkten Verwendung, wenn wir z.B. Regenwasser zur Bew\u00e4sserung des Gartens nutzen, wenn wir mehr duschen und weniger baden, wenn wir flie\u00dfendes Wasser \u2013 zum Beispiel beim Absp\u00fclen &#8211; auffangen und wiederverwenden. Sehr viel Einsparpotential ergibt sich auch durch den <strong><a href=\"https:\/\/www.bund.net\/bund-tipps\/detail-tipps\/tip\/die-auswirkung-des-virtuellen-wassers\/\">\u201evirtuellen Wasserverbrauch<\/a>\u201c<\/strong>, womit das Wasser gemeint ist, dass in unseren Produkten und Lebensmitteln steckt. Zum Beispiel sparen wir Wasser, wenn wir weniger Fleisch essen. (Ein etwa 250 Gramm gro\u00dfes Schweineschnitzel verbraucht 1200 Liter Wasser, 250 Gramm Kartoffeln etwa 225 Liter Wasser). Auch bei dem Erwerb von Kleidung, lohnt es sich, auf den eigenen <a href=\"https:\/\/www.globaleslernen.de\/de\/aktionen\/individuellen-wasserfussabdruck-berechnen\"><strong>\u201eWasser-Fu\u00dfabdruck\u201c<\/strong><\/a> zu achten. So braucht man f\u00fcr die Herstellung von einem Kilo Baumwolle weltweit durchschnittlich 11.000 Liter Wasser. Das bedeutet nicht, dass wir keine Baumwolle mehr tragen sollten, aber die lange Nutzung, bzw. Wiederverwertung von Kleidung oder der Einkauf in Secondhand-L\u00e4den w\u00fcrden Wasser sparen und dabei den eigenen Geldbeutel schonen. (Mehr dazu in unserem Artikel: <strong>\u201eH\u00f6chste Zeit, der <em>Fast Fashion<\/em> Adieu zu sagen!\u201c<\/strong>, der demn\u00e4chst erscheint.)<\/p>\n<p>Letztendlich h\u00e4ngt ein sparsamer Umgang mit Wasser nicht allein vom Nutzungs- und Konsumverhalten der Privathaushalte ab. Sich darauf zu konzentrieren, w\u00e4re kurzsichtig. Eine klimabewusste Wasserwirtschaft liegt vor allem in der Verantwortung der Regierungen und zwar weltweit. <strong>Auf den Konflikt, wie und wo das knapper werdende Wasser k\u00fcnftig verwendet werden darf, (ob z.B. f\u00fcr die Felder-Bew\u00e4sserung in der Landwirtschaft oder zur Reaktor-K\u00fchlung in der Energiewirtschaft), muss es politische Antworten geben.<\/strong><\/p>\n<p>Hier zur Veranschaulichung ein kleiner Blick in den Wasserbedarf der Energiewirtschaft:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.greenpeace.de\/themen\/energiewende\/wasser-zu-kostbar-fuer-kohle\"><strong>Die Kohleindustrie verbraucht \u2013 laut Greenpeace 2016 &#8211; so viel Wasser wie eine Milliarde Menschen.<\/strong><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.welt.de\/debatte\/die-welt-in-worten\/article12830627\/Das-Dilemma-der-Kernkraftwerke-ist-das-Wasser.html\"><strong>Noch mehr Wasser als Kohlekraftwerke ben\u00f6tigen Atomkraftwerke f\u00fcr die K\u00fchlung<\/strong>.<\/a> Sie tragen dadurch als Inland-Reaktoren zur Trinkwasserknappheit bei. Wenn sie in K\u00fcstenn\u00e4he erbaut werden, kann zwar Meerwasser zur K\u00fchlung genutzt werden, wovon wir ja wohl in Zukunft genug haben werden. Daf\u00fcr sorgen in solchen Lagen Hochwasser und Extremwetterlagen f\u00fcr Risiken, die wir uns &#8211; nach Fukushima &#8211; lieber nicht ausmalen wollen.<\/p>\n<p>Damit ist der Umstieg auf wasserschonende, klimagerechte erneuerbare Energien nicht nur in Bezug auf unseren CO2-Aussto\u00df geboten.\u00a0 Die Energiewende w\u00fcrde zugleich unsere Chance auf eine ausreichende Versorgung mit Trinkwasser und Lebensmitteln in den kommenden durch den Klimawandel gepr\u00e4gten Jahren erh\u00f6hen. Diese Wende muss allerdings jetzt umgesetzt werden und nicht erst 2038.<\/p>\n<p>Die ausreichende Versorgung mit Trinkwasser und Nahrungsmitteln sollte eigentlich ein menschliches Grundrecht sein. Das sollte ein guter Ansporn sein, verantwortungsvolle politische Entscheidungen herbeizuf\u00fchren und globale Solidarit\u00e4t zu entwickeln.<\/p>\n<p>Passend zum Thema &#8222;Wasser ist Leben&#8220;, informieren wir euch in unserer neuen Kategorie &#8222;B\u00fccherempfehlungen&#8220; \u00fcber den Roman <strong><a href=\"https:\/\/fuerimmerfreitag.de\/?page_id=1101\">&#8222;Die Geschichte des Wassers&#8220; von Maja Lunde.<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als ich diesen Artikel zu schreiben begann, tropfte gerade das Wasser von meinen Sonnenblumen. Es war der f\u00fcnfte Regentag in Folge. Irgendwie kam es mir grotesk vor, einen Artikel \u00fcber drohende D\u00fcrre und Trinkwassermangel zu schreiben. Aber ein paar verregnete Julitage sind nat\u00fcrlich nur eine ziemlich tr\u00fcgerische Hoffnung. 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